60 Tage Jerewan


Armenien und seine Bewohner in Reportagen, Berichten und Bildern. Weblog einer Journalistin.

    





Aktuelle Diskussionen:
Stefanie, 7.9.:
_rund um den...
anonym, 7.9.:
_rund um den...
Jessica, 23.4.:
60 tage jerewan:...
sns, 11.10.:
im web: armenien-fo...
Sina, 19.4.:
_leben

  allgemeines Forum

Nachrichtenticker:   RSS

zum Ausdrucken:
  alle Texte


Home _Wirtschaft

Der reiche alte Armenier und seine große Stunde (3.12.2003)


vergrößernIn den USA steht Kirk Kerkorian im Rampenlicht, weil er DaimlerChrylser auf über eine Milliarde Dollar Schadensersatz verklagt. In Armenien gilt der 86-Jährige Sohn armenischer Auswanderer als eine Art Nationalheld. Viele Strassen Jerewans wurden mit dem Geld des 86-jaehrigen gebaut, berichten Kollegen bei Lycos. Nach dem verheerenden Erdbeben 1988 investierte er 15 Millionen Dollar in den Wiederaufbau der stark betroffenen Region Gyumri.

Er schuf Arbeitsplätze, indem er Geld bereitstellte fuer eine Reihe von Bauprojekten im ganzen Land - darunter eine Strasse, die den Iran ueber Armenien mit der georgischen Schwarzmeerküste verbindet. Insgesamt 200 Millionen Dollar, so heißt es auf der Website des Armenian Assembly of America, gab der Milliardär dem Land, in dem er selbst nie gelebt hat.

Westlich des Atlantiks geniesst Kerkorian, der zu den reichsten Männern der USA zählt, dagegen stets einen etwas zweifelhaften Ruf - wegen des knallharten Stils, in dem er als Investor mit Casinos, Hotels und Hollywood-Studios zu jonglieren pflegte.

Kerkorian wurde 1917 in Fresno, Kalifornien, als jüngstes von vier Kindern einer Einwandererfamilie geboren. In der Rezession 1921/22 verlor die Familie das Wenige, das sie besass, und zog nach Los Angeles. Hier startete Kekorian seine Karriere in klassischer Tellerwäscher-Manier: Als Schul-Abbrecher, Boxer, Zeitungsausträger und Autoverkäufer. "Später wurde er Pilot und gründete eine Charter-Fluglinie, die unter anderem Prominente von Los Angeles nach Las Vegas flog. Die guten Kontakte in der Welthauptstadt der Unterhaltung ebneten seinen Weg", berichtet Handelsblatt online.

Im Rechtsstreit gegen DaimlerChrysler wirft Kerkorian dem Unternehmen vor, bewusst Fehlinformationen verbreitet zu haben: Das Management unter Fuehrung von Daimler-Chef Juergen Schrempp habe den Zusammenschluss faelschlicherweise als "Fusion unter Gleichen" ausgegeben. "In Wirklichkeit sei es eine geheime Übernahme durch die Deutschen gewesen. Da für die Aktien eines gekauften Unternehmens üblicherweise mehr Geld gezahlt wird als bei einer gleichberechtigten Fusion, fühlt sich Kerkorian nun betrogen", so das Handelsblatt.

Obwohl die Chrysler-Transaktionen dem Milliardaer nach Darstellung der Wiener Zeitung Riesenverluste brachten, geht es bei diesem Streit nicht um Geld. Das ist zumindest die Einschaetzung Jens Eckhardts in einem Handelsblatt-Artikel vom 1. Dezember: "Ob er nun vor Gericht gewinnt oder verliert, wird auf seinen Lebensstandard keinen Einfluss haben. Aber auf seinen Stolz".

-> www.handelsblatt.com -> http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/sfn/buildhbi/SH/171e221260c6719537d81007a67011/depot/0/strucid/0/bmc/cn_bild_basket/bmc/cn_schlagzeilen_basket_ext!400,10,0,teaser,1/basketID/694411/bmc/cn_firmenkasten/index.html
-> www.ftd.de -> http://www.ftd.de/kerkorian
-> www.wienerzeitung.at -> http://www.wienerzeitung.at/frameless/wirtschaft.htm?ID=M19&Menu=193393
-> www.deutsch-armenische-gesellschaft.de -> http://www.deutsch-armenische-gesellschaft.de/dag/adk117t1.htm
-> www.aaainc.org -> http://www.aaainc.org/armenia_week/archive98/6-26-98.htm

Kommentare zu Der reiche alte Armenier und seine große Stunde: 1 | neuen Kommentar schreiben



© Stefanie Schulte | Impressum | nach oben  -> www.flugverein-guetersloh.de/armenien